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Mitgliederversammlung 2018: Baugenossenschaft investiert weiter in ihren Gebäudebestand

03/09/2018

Baugenossenschaft investiert weiter in ihren Gebäudebestand

Die Mitgliederversammlung hatte außerdem eine Satzungsänderung und die Einführung der Biotonne zum Thema

Die Gemeinnützige Baugenossenschaft eG kann auf ein solides Geschäftsjahr 2017 zurückblicken. Dies erfuhren die rund 60 Besucher der Mitgliederversammlung am 28.06.2018, die der Aufsichtsratsvorsitzende Gerold Hoffmann in der Goldenen Aue begrüßen konnte.

Zahlreiche Wohnungen modernisiert

Wie der Vorstandsvorsitzende Ingo Fiedler erläuterte, betrugen die Gesamteinnahmen aus Wohnungsmieten, Betriebskostenpauschalen und Garagen- und Stellplatzmieten im vergangenen Jahr 1,241 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote konnte gesteigert werden auf 56,3% und der Jahresgewinn fällt diesmal mit knapp 106.000 Euro höher aus als in den letzten Jahren üblich. Beides ist vor allem den Wohnungsmodernisierungen geschuldet: acht der rund 300 Wohnungen wurden im vergangenen Jahr von Grund auf modernisiert und erhielten neue Bäder, Elektroinstallationen, Heizungen und so weiter. Denn, so erklärt Fiedler: „Wir wollen unsere Wohnungen attraktiv halten und müssen daher immer wieder in unseren Bestand investieren“. Nur so gelinge es, die Leerstandsquote gering zu halten und solide zu wirtschaften.

Allerdings mache sich auch in Bad Lauterberg der Fachkräftemangel allmählich bemerkbar, die Handwerker haben volle Auftragsbücher und nicht immer genügend Kapazitäten frei. Nur durch die langjährige Zusammenarbeit mit ortsansässigen Handwerksbetrieben sei es für die Baugenossenschaft immer noch möglich, Bauarbeiten und Reparaturen zügig erledigen zu lassen. Jedoch bat Fiedler die anwesenden Mieter um Verständnis dafür, dass inzwischen die Aufträge nach Dringlichkeit sortiert werden müssen: „Ein tropfender Wasserhahn kann etwas länger warten als etwa ein vermutetes Gasleck, das natürlich sofort behoben wird“.

Großmaßnahmen und kleinere Investitionen in den Bestand

Im laufenden Jahr sollen aber nicht nur wieder zahlreiche Wohnungen modernisiert werden, es steht auch eine Großmaßnahme am Gebäude Scharzfelder Str. 75/77 an, welches ein neues Dach und einen neuen Anstrich erhalten wird. Pflaster- und Gehwegarbeiten sind zudem an zwei weiteren Grundstücken geplant. Zudem will die Baugenossenschaft in den nächsten Jahren sukzessive ihre Gebäude auf Drehstrom umrüsten, so weit noch nicht geschehen, um ihre Wohnungen mit Elektroinstallationen ausstatten zu können, die auch „unter der Haube“ auf der Höhe der Zeit sind. Nach anderthalb Jahren hat die gemeinnützige Baugenossenschaft nun auch die Baugenehmigung für die geplanten Pkw-Stellplätze im Steinweg vom Landkreis erhalten und möchte diese in diesem Herbst errichten.

Biotonne sorgt für Diskussionen

Weitere Themen, mit denen sich die Baugenossenschaft im vergangenen Jahr beschäftigen musste, sind die neue Datenschutz-Grundverordnung und die Neuausstellung sämtlicher Energieausweise. Beides sind gesetzliche Regelungen, die einen enormen bürokratischen Aufwand verursachen, der neben der eigentlichen Wohnungsverwaltung von den Mitarbeitern bewältigt werden musste. Für einige Rückfragen und Diskussionen in der Mitgliederversammlung sorgte eine weitere Gesetzesauflage: die Einführung der Biotonne ab 2019. „Dabei herrscht Anschlusszwang, wir sind also verpflichtet, die Biotonnen aufzustellen“, sagte Fiedler. Da für die Biotonne auch erhebliche, zusätzliche Müllgebühren anfallen werden, habe die Baugenossenschaft dies zum Anlass genommen, ihr gesamtes Mülltonnensystem zu überdenken. Bisher wurde für jede Wohnung eine eigene Restmülltonne zur Verfügung gestellt. Doch so viel Platz werde meist gar nicht benötigt: viele Mülltonnen bleiben zum Großteil leer. Die Genossenschaft werde daher künftig auf Gemeinschaftsmüllbehälter für jeweils das gesamte Haus umstellen. Dadurch entfalle auch das mühevolle Schleppen der Mülltonnen, die zum Teil noch in den Mieterkellern stehen, an die Straße: „Die neuen, großen Müllbehälter werden von der Müllabfuhr selbst vom Grundstück geholt und zurückgebracht – kein Mieter muss sich mehr selbst darum kümmern, dass sie an die Straße gestellt werden. Dies wird gerade unseren älteren Mietern entgegenkommen.“

Durch die Umstellung auf große Gemeinschaftstonnen will die Genossenschaft eine Erhöhung der Betriebskosten, die durch die Biotonne ansonsten notwendig wäre, möglichst abfedern. Damit keine Fremden ihren Müll in den neuen Gemeinschaftsbehältern entsorgen, werden diese mit einem Schloss versehen sein, erklärte der Vorstandsvorsitzende. „Wir haben uns viele Gedanken gemacht und können auch die Bedenken unserer Mieter nachvollziehen. Es wird sicherlich eine schwierige Umstellung für alle – doch wir glauben, dass dies die bestmögliche Lösung ist, um unsere Mieter nicht mit höheren Nebenkosten zu belasten.“

Lothar Eckstein und Ute Hirsch wiedergewählt

Weniger emotional ging es dagegen bei dem Tagesordnungspunkt der Satzungsänderung zu. Die Baugenossenschaft passte ihre Satzung der neuen Mustersatzung des Verbands der Wohnungswirtschaft an. Im Wesentlichen wurden dabei einige Formalien an die heutigen Erfordernisse angepasst, was beispielsweise E-Mails betrifft. Der Beschluss erfolgte einstimmig.

Die Periode der Aufsichtsratsmitglieder Lothar Eckstein und Ute Hirsch endete; beide erklärten sich bereit, erneut zu kandidieren und wurden von der Versammlung einstimmig wiedergewählt. In Anbetracht der langjährigen guten Zusammenarbeit freuten sich der Aufsichtsratsvorsitzende Gerold Hoffmann und der Vorstand darüber ganz besonders. Hoffmann teilte außerdem mit, dass der Aufsichtsrat die Bestellung von Sabine Kilzer zum nebenamtlichen Vorstand für fünf Jahre beschlossen hat.

Ehrungen für langjährige Mitglieder

Dann gab es noch eine erfreuliche Verpflichtung für Aufsichtsrat und Vorstand: auf 50 Jahre Mitgliedschaft in der gemeinnützigen Baugenossenschaft kann Heino Rumohr zurückblicken, sogar ganze 60 Jahre ist Siegfried Schneider der Genossenschaft bereits treu, wofür beide mit einem Blumenstrauß und einer Urkunde geehrt wurden.

 

Von links:Von links: Heino Rumohr, Gerold Hoffmann, Ute Hirsch, Ingo Fiedler, Lothar Eckstein und Siegfried Schneider. Heino Rumohr, Gerold Hoffmann, Ute Hirsch, Ingo Fiedler, Lothar Eckstein und Siegfried Schneider.